Wie hoch wäre der wiederkehrende Beitrag?

Das verrät die Stadtverwaltung uns nicht. Nach ihren Aussagen liegen dafür die Daten für die Abrechnungseinheit Mitte/Süd nicht vollständig vor. Insbesondere sei die Gewichtung der Grundstücke, wie es für den Einmalbeitrag gemacht wurde, noch nicht abgeschlossen.

Das hält uns jedoch nicht auf, auf Basis der bereits bekannten Daten, nämlich der ungewichteten Grundstücksgrößen für die Südallee einerseits und der gesamten Fläche der Abrechnungseinheit Mitte/Süd eine Überschlagsrechnung aufzustellen.

Es ist nicht so kompliziert, wie die Berechnung der Einmalbeiträge. Deshalb machen wir gleich ein konkretes Beispiel:

Beispielrechnung:
  • Pia besitzt 62/1000 Miteigentumsanteile an der 2.294m² großen Fläche einer Eigentümergemeinschaft irgendwo in der Südallee, ihr Anteil daran beläuft sich entsprechend auf etwa 142m².*
  • Die beitragspflichtige Gesamtgrundstücksfläche der Abrechnungseinheit Mitte/Süd beträgt mindestens 850.000m², vielleicht sogar 950.000m², da ist sich die Stadt selbst noch nicht sicher. Aber Pia ist großzügig und geht von dem für sie ungünstigeren Fall aus. Damit gehört ihr von dieser Gesamtfläche 142/850.000m².
  • Für dieses Eigentum muss sie 142/850.000tel der Gesamtsumme von 8.7 Mio Euro bezahlen.* Das sind rund 1.450 Euro.

Zum Vergleich: Die beitragspflichtige Gesamtgrundstücksfläche im Falle der Einmalbeiträge für die Südallee beträgt 96.052m². Unter sonst gleichen Bedingungen gehören Pia von dieser Gesamtfläche also 142/96.052 m². Für dieses Eigentum muss sie 142/96.052tel der Gesamtsumme von 8,1 Mio Euro bezahlen.* Das sind rund 12.000 Euro.

Pia bezahlt im Falle der wiederkehrenden Beiträge also höchstens ein Achtel dessen, was sie im Falle der Einmalbeiträge entrichten muss.

Ja, Pia ist schockiert.

Disclaimer

Aufgrund fehlender Daten für gewichtete Flächen in der Abrechnungseinheit Mitte/Süd gehen wir hier von ungewichteten Grundstücken aus. Wir haben anhand der Einmalbeiträge stichprobenartig die Rechnung mit gewichteten und mit ungewichteten Grundstücken gemacht, um einen Eindruck zu bekommen, wie sehr sich das im Ergebnis ausdrückt. Das Ergebnis unterschied sich jedoch nur wenig, so dass wir glauben, dass man die Situation auf die Fläche der Abrechnungseinheit Mitte/Süd übertragen kann. Dennoch bleibt es eine Annahme.

Zudem ist die Stadt sich noch nicht sicher, wie groß die Fläche für die Abrechnungseinheit Mitte/Süd denn nun wirklich ist und spricht von 850.000 bis 950.000m². Aber wir halten es wie Pia und gehen hier vom für uns ungünstigeren Fall, also 850.000m² aus.

Die Stadtverwaltung weist ausdrücklich darauf hin, dass nicht die ungewichteten, sondern nur die gewichteten Flächen für die tatsächliche Beitragsberechnung genutzt werden (wie die Stadt die Flächen gewichtet, haben wir hier erläutert. Laut Stadtverwaltung würde für die Berechnung der wiederkehrenden Beiträge das gleiche Gewichtungsverfahren Anwendung finden). Wir glauben, dass dies zwar Auswirkungen auf die tatsächlichen Beitragszahlen haben kann, aber gewiss keine mildernden Auswirkungen auf Pia’s Schock.

Damit ist klar: Es lohnt sich unglaublich, für die Einführung der wiederkehrenden Beiträge einzutreten und deshalb an der Spendenaktion teilzunehmen.

Mach‘ mit! Wie, erfährst du im Beitrag Zum Umgang mit den Spendenerklärungen.

* edit:

  • Satz ergänzt, um das Zustandekommen der 142m² besser zu erläutern (danke Thomas!).
  • Die Umlagesätze von 60% bei Einmalbeiträgen, bzw. 65% bei wiederkehrenden Beiträgen wurden in den jeweiligen Ausbaubeitragssatzungen vom Stadtrat festgelegt. Von den insgesamt 15.5 Mio. Euro für den Ausbau der Südallee sind das also 8.1 Mio Euro im Falle der Einmalbeiträge und 8.7 Mio. Euro bei wiederkehrenden Beiträgen, die auf die Bürger umgelegt werden.

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